|
Ein Blick in unsere Vereinschronik Verfasst von Ernst Baumgartner, aktualisiert
2010
Historie
Das
bayerische Schützenwesen hat eine lange Tradition und viele Gesellschaften
können inzwischen vielhuntertjährige Jubiläen feiern. Sie sind zukunftsorientiert,
vital und erfreuen sich heute steigender Beliebtheit. Freizeitgestaltung
war bis in die Mitte des vergangenen Jahrhunderts kein großes Thema auf dem
Land und weithin unbekannt. Harte Arbeit bestimmte das Leben der Menschen und
füllte den Tag aus. Etwas besser gestellte Bürger, wie bei uns der Gastwirt
Ücker, einige Bauern, selbständige Handwerker und ein Geschäftsmann blieben
in den Anfangsjahren bei den Schießabenden weitgehend unter sich. Erst
beim Neubeginn nach dem 2. Weltkrieg im Jahre 1954 änderten sich die Dinge.
Die ersten Frauen tauchten in unserer Schützengesellschaft auf (Marille und
Gusti Ücker). Ganz allmählich, als man erkannte, dass die Jugend bei den
Schützen gut aufgehoben ist, wurde ihr Beitritt von den Eltern akzeptiert und
das Beitrittsalter gesenkt. Unser
ältestes Schießbuch (1931 bis 1938) weist für 1931 einen Jahresbeitrag pro
Schütze von 2.50 Mark aus. Da keine vermögenden Geschäfts- oder Kaufleute
unter uns waren und sind, ist es seit jeher notwendig, sparsam zu wirtschaften.
Größere Anschaffungen müssen mühsam erspart werden. Beitragserhöhungen
sind sorgfältig abzuwägen, weil die Schützen meist empfindlich darauf
reagieren. Sportliches Schießen kennt schon immer viele abwechslungsreiche
Varianten und hat zahlreiche Anhänger bei Jung und Alt. Inzwischen
ist Sportschießen olympische Disziplin. Waffen und Ausrüstung erfahren
ständige Verbesserungen, werden dadurch aber auch immer teuerer. Schützen
die in Leistungsklassen vorwärtskommen wollen, müssen für ihre Ausrüstung
tief in die Tasche greifen. In
unserer Schützengesellschaft steht jedoch das gesellschaftliche Moment, das
zwanglose Zusammentreffen unserer dörflichen Bewohner aller Altersgruppen und
Berufe im Vordergrund der Aktivitäten. Sorgfältig wird die Jugend in die
Gemeinschaft eingeführt und kann gefahrlos und wohlbehütet das sportliche
Schießen einüben. Der Ort
Farchach
wird erstmals im Jahre 1090 in einer Urkunde als Vorchaideh genannt und
gehört somit zu den ältesten Siedlungen des oberbayerischen Alpenvorlandes. Der
Ortsname wird abgeleitet von den Föhren am Bach oder der Heide mit Föhren. Das
Dorf ist noch immer landwirtschaftlich geprägt, wenn es auch in den letzten
Jahrzehnten durch den Bau von Wohnhäusern und durch Zuzug stark gewachsen.
Seit die "Kramerin" vor Jahren im hohen Alter verstarb, gibt es
kein Geschäft für den täglichen Bedarf mehr im Ort. Die
kommunale Freizeitanlage bietet eine Kegelbahn, 4 Schießstände für Luftgewehr
(genutzt von den Bachhauser Edelweißschützen), eine weitgehend ungenutzte
Sommerstockbahn und eine respektable Tennisanlage. Die
Ortsmitte bildet die schöne Filialkirche St. Nikolaus, ein Bauwerk des 14.
Jahrhunderts. Gründung der Schützengesellschaft
In
dieser historischen Gegend haben sich kurz nach dem 1. Weltkrieg erstmals
Männer zusammengefunden, um als Schützen Sport und Kameradschaft zu pflegen. 1919
in Bachhausen gegründet, zog bald ein Teil der Schützen in die Farchacher
Gaststätte von Wilhelm Ücker, wo sie für ihre Vereinsarbeit bessere
Verhältnisse vorfanden. Das war der Anfang der Schützengesellschaft Farchach. Gründungsmitglieder
Folgende
Männer gründeten unsere Schützengesellschaft: Johann
Schöpfel Simon
Wiener Xaver
Widmann Sebald
Pauli Bartholomäus
Pfisterer Jakob
Huber Stefan
Mair Georg
Koch Peter
Wach Mathias
Neuchl Franz
Demmler Der
erste Schützenmeister war Johann Schöpfel. Er starb im Jahre 1943. Das
letzte Gründungsmitglied, Herr Stefan Mair, verstarb am 20.12.1998 im Alter
von 99 Jahren. Vor dem 2. Weltkrieg
Vereinslokal
war das Dorfgasthaus, welches gerade um die Zeit der Gründung die Familie Wilhelm
Ücker übernahm. Bis zur Schließung im Jahre 1974 blieb es Vereinsherberge und
unsere Senioren verbinden damit viele schöne und auch lustige Erinnerungen. Geschossen
hat man in der Gründungszeit mit Löffellader- und Vorderladerzimmerstutzen. Da
es noch keine Zugstände gab, war ein sogenannter Zieler erforderlich. Seine
Aufgabe war es, die Treffer mit einer Kelle anzuzeigen. Wurde
ein Zwölfer geschossen, was bei der damaligen Waffen- und Munitionspräzision
nicht so häufig vorkam, hatte der glückliche Schütze den Zieler mit Schnaps
oder einer Zigarre zu beschenken. Die
Distanz vom Schützen zur Scheibe betrug 8,50 m. Es
gab größtenteils Schützenscheiben mit aufgemaltem Wild und es musste
waidgerecht getroffen werden, um die Scheibe zu gewinnen. Soweit
die Ereignisse bis zum Anfang des 2. Weltkrieges. Nach dem 2. Weltkrieg
Unter Einwirkung des 2. Weltkrieges kam mit den meisten anderen Vereinen auch das Leben der Farchacher Schützengesellschaft zum Stillstand. Erst
nach Abklingen der Kriegswirren und Lockerung der strengen Gesetze der
amerikanischen Besatzungsmacht, fanden sich auf Drängen der Jugend die
Schützen in den 50 er Jahren allmählich wieder zu geregelten Vereinsabenden
im Gasthaus Ücker zusammen. Der
damalige 1. Schützenmeister und Bauer Jakob Huber („da Schuastamaxnjackl“,
geb. 5.3.1900, gest. 30.7.1965) fällte eines Tages in seinem Wald einen Baum,
verkaufte ihn und fuhr mit dem Geld und einigen Schützenbrüdern nach
München Bei der Firma Oberhammer hat
er den Farchacher Schützen einen Löffellader-Zimmerstutzen gekauft. Geschossen
hat man von der Gaststube durch eine Maueröffnung in die Küche. Unvorstellbar,
wenn man an die heutigen strengen Vorschriften für Schießanlagen denkt. Die
Maueröffnung befand sich auf günstiger Augenhöhe und war nach dem Schießen
mit 2
Holztürchen verschließbar. In
der Küche gleich neben dem Herrgottswinkel hängte man zum Schießbetrieb zwei
Kugelfänge aus Blech an die Wand, Zugseile und Handkurbeln spannte man mit
Zwingen in der Gaststube an zwei Wirtshaustischen fest. Der Kassier saß
gleich dahinter und beaufsichtigte so den Schießbetrieb. An
jedem Schießabend wurden zur Sicherheit eine Reihe mannshoher
Presspappeplatten entlang
der Schießrichtung aufgestellt. Mit kleinen Haken ließen sich die Platten
zusammenhängen. Die
Wirtsleute konnten in diesen Stunden an Eckbank und Küchentisch nicht heran. Nach
Abschluss des Schießens wurde wieder alles abmontiert und bis zum nächsten
Schießabend im Nebenzimmer eingelagert. Auf-
und Abbau, besonders der Presspappeplatten fiel überwiegend der Jugend zu. Ganz
allmählich setzten sich die Luftdruckwaffen durch. Die sensibler geworden
Schützen begannen, sich durch den harten Knall der Zimmerstutzen beim Zielen
gestört zu fühlen. Auch wurden die
vielen auf dem Boden herumliegenden Munitionshülsen als lästig empfunden. Den
Ausschlag gab aber vor allem die bedeutend billigere Munition, die hohe
Präzision und der günstigere Preis der Luftdruckwaffen. Schützenmeister
Die
Führung der nach dem 2. Weltkrieg noch kleinen Schar übernahm als
Schützenmeister Jakob Huber. 1956
zählte man bereits 31 Mitglieder. 1958
übernahm Stefan Mair für kurze Zeit die Führung. Er wurde 1960 wieder von
Jakob Huber abgelöst. 1961
wählte die Hauptversammlung Gregor Wolf zum 1. Schützenmeister. Mit
ihm begann eine lange Phase des Aufschwungs. Mit
Einsatz und Ideenreichtum gab er unserer Schützengesellschaft neue Impulse. Als
er im Jahr 1987 nach 26 jähriger Amtszeit diese Aufgabe in jüngere Hände
legte, wurde er in dankbarer Anerkennung seiner erfolgreichen Vereinsarbeit
von den Eichenlaubschützen zum Ehrenschützenmeister ernannt. Der Schützengau
Starnberg würdigte seine langjährige Arbeit für das Schützenwesen 1984 mit
dem Gauehrenbrief. Er verstarb am 15. Dezember 1997. Von
1987 bis 1996 stand Wolfgang Reiser, ein Vertreter der jüngeren Generation,
an der Spitze der Eichenlaubschützen. Er wurde im Jahre 2002 von der
Hauptversammlung zum Ehrenschützenmeister ernannt. Von
1996 bis 2002 stand Franz Demmler jun. als 1. Schützenmeister dem Verein vor. Von
2002 bis Januar 2009 war Albert Baumgartner der 1. Schützenmeister. Ab
Januar 2009 übernahm wiederum Franz Demmler jun. dieses Amt. Namensgebung
Josef
Maier sen. war es, der eines Tages den Gedanken hatte, unserer Gesellschaft
den Beinamen “Eichenlaub” zu geben, da doch der Baum im Ort auffallend häufig
vorkomme. Dem damalige Schützenmeister Gregor Wolf gefiel die Idee gut, da
man uns damit nicht mehr so leicht mit Vereinen ähnlich klingender Namen
(Farchet, Farchant) verwechseln konnte. So
wurde 1964 beschlossen, der Farchacher Schützengesellschaft den Namen
“Schützengesellschaft Eichenlaub Farchach” zu geben. Schützenkette
Noch
bis in die 60er Jahre fehlte unseren Königen die wichtigste Zierde, die
Schützenkette. Durch
die Initiative des Schützenmeisters Wolf, der persönlich im ganzen Gebiet der
damaligen Gemeinde Bachhausen Spenden sammelte, konnte sie bald beim
Goldschmied Koch in Wolfratshausen in Auftrag gegeben werden. Der
erste Träger des gelungenen Kleinods war Johann Seitner, dem sie am 9. Juli
1964 umgelegt wurde. Traditionsgemäß
lässt jedes Jahr der neuermittelte Schützenkönig die Kette um einen schönen
Silbertaler in vergoldeter Fassung und Namensanhänger erweitern. Hat der neue
König aber schon einen Taler an der Kette, genügt die Erweiterung des
Anhängers um die Jahreszahl. Die
Schützenkette wird nur bei besonderen Anlässen getragen und ist inzwischen zu
einer gewichtigen und wertvollen Zierde angewachsen. Schützenkönige seit 1964
Ein
Höhepunkt unseres Schützenjahres ist das Köigsschießen.
Gauschützenkönige
In der langen Vereinsgeschichte gelang es uns
bisher zweimal, im Isar-Loisachgau den Gauschützenkönig zu stellen. 1967
erzielte Franz Reiser diese Würde, 1976 gelang Maria Huber der Königstreffer. Vereinstafel
Die holzgeschnitzte Vereinstafel stammt aus
dem Jahr 1964. Sie zeigt die am 5. Sept. 1719 geweihte Farchacher Kirche und
ein Eichenlaub. Gestiftet hat sie der damalige Schützenmeister Gregor Wolf. Die blumengeschmückte Vereinstafel wird bei
Festzügen vom "Daferlbua" vor der Schützenfahne getragen. Vereinsabzeichen
Es ist ein alter Brauch, dass Schützen bei
Zusammenkünften das Vereinsabzeichen an der Joppe zu tragen. So fassten wir eines Tages den Beschluss, ein
ansprechendes Vereinsabzeichen in Auftrag zu geben. Aus mehreren geschmackvollen
Mustern der Firma Wilhelm Breiherr Garmisch, wählten wir demokratisch aus. Seit März 1966 steht es uns unverändert zur
Verfügung. Auf Email, heute modernem Kunststoff
gearbeitet, mit vergoldeter Umrandung und einem grünen Eichenzweig über einer
Schießscheibe hat es einen deutlich sichtbaren Bezug zu unserem Vereinsnamen
und ist Grundlage geworden für unser Vereinsemblem. Ausgestaltung
des Vereinslokals
Viel tat sich auch an der Ausgestaltung des
Vereinslokals, das ursprünglich als Probenraum von der Bachhauser Blaskapelle
errichtet wurde. 1967 stiftete Thomas Haberle einen
Eck-Wandschrank für Pokale. Georg Häuslaigner und Stefan Mayer haben ihn
in massiver Schreinerarbeit angefertigt. Die Bedenken derjenigen, die sich damals
Sorgen um die Füllung der Vitrine machten, sind längst widerlegt. Dicht
drängen sich die Pokale hinter der schützenden Glasscheibe. Für die elektronische Auswerteanlage und den
PC hat die Schreinerei Pfisterer einen schönen Schrank gestiftet, welcher
unser Vereinsabzeichen in Einlegearbeit trägt. Bilderrahmen
für die Schützenkönige
Bei der Suche nach Möglichkeiten, unsere
Schützenkönige besonders zu ehren, reifte die Idee, einen Bilderrahmen
anzuschaffen. Sei 1967 prangen nun unsere Schützenkönige in vollem
Ornat in den grafisch verzierten Bildtafeln, die jeweils 10 Fotos aufnehmen. Jedes Jahr wird nach dem Königsschießen vom
Schriftführer ein schwarz/weiß Foto und der Name des neuen Schützenkönigs
eingebracht. Inzwischen sind wir bei der fünften Tafel angelangt. "Den
Königen zur Ehre und den Schützen zum
Ansporn". Schießscheiben
und Bilder
In besonderer Weise tragen die vielen
dekorativen Schießscheiben zum Schmuck unseres Lokales bei. Sie erinnern an
verschiedene Ereignisse und Anlässe, die den Routinebetrieb auflockern und die man in unserer
dörflichen Gemeinschaft noch zu feiern versteht. Von den Schützen werden Schießscheiben
gestiftet am Beginn und am Ende der Saison, bei Hochzeiten, runden
Geburtstagen und dergleichen. Der Verein spendet jedes Jahr Scheiben für die
Schützenkönige für Luftgewehr und Luftpistole sowie für den
Jungschützenkönig. Deutlich kann man die Veränderungen in der
künstlerischen Gestaltung und Machart im Laufe der Jahre beobachten. Flachen,
gedrechselten Schießscheiben folgten solche mit dreidimensionalen Aufbauten,
meist auf Baumschwämmen. Daneben kamen Scheiben auf, deren Motive in
Holzeinlegearbeit (Intarsien) ausgeführt waren. Derzeit haben wir Scheiben,
kreisrund, oval und auch eckig, nach alten Motiven oder neuen Fotos mit
Ölfarben gemalt. Für den Stifter entscheidet nur der Preis über Größe und
Gestaltung. Neben den Ehrenscheiben ziert manches
Erinnerungsfoto die Wände unseres Vereinslokales. Vereinschronik
In der Gründerzeit haben unsere Schützen vom
Aufschreiben wenig gehalten. So sind uns nur alte Schießkladden überliefert.
Will man jedoch die Zukunft gut gestalten, sollte man auch seine
Vergangenheit kennen. Dieser Devise entsprechend, haben wir 1956
begonnen, Ereignisse unseres Vereinslebens und Begebenheiten die das
Schützenwesen tangieren, niederzuschreiben und mit aktuellen
Zeitungsberichten und Fotos zu ergänzen. Drei Chronikbände sind so inzwischen
abgeschlossen und in feines, grünes Leder gebunden. Eine Goldprägung weist auf den Inhalt hin. Am vierten Band arbeitet der Schriftführer
seit Juli 2006. Ergänzend dokumentieren Dias und Foto-CD’s das
Vereinsgeschehen. 50 jähriges Gründungsfest
Am 2. August 1970 begingen wir im bescheidenen
Rahmen das 50 jährige Gründungsfest. Auf dem Programm standen ein vereinsinternes
Jubiläumsschießen, ein Festgottesdienst mit Ehrung der verstorbenen Kameraden
und ein Festzug durch den herausgeputzten Ort. Dazu hatten wir die Vorstandschaft des
Isar-Loisachgaues, dem wir angehörten und die Nachbarschützenvereine
Höhenrain, Bachhausen, Aufkirchen und Manthal Harkirchen eingeladen. Umzug
in anderes Schießlokal
Als unser langjähriger Herbergswirt Josef
Ücker uns im Jahr 1972 eröffnete, dass er die Gaststätte für immer schließen
und den Gastraum anderweitig nutzen wolle, sah sich unsere Vorstandschaft vor
eine schwierige Aufgabe gestellt. Zwar war im Zuge der kommunalen Gebietsreform
um diese Zeit in Farchach der Bau eines gemeindeeigenen Bürgerhauses geplant,
das im Keller auch vier Schießstände aufnehmen sollte, die Realisierung war
aber noch sehr ungewiss. Da wir aber den sportlichen Trainings- und
Schießbetrieb ohne größeren Schaden für unsere Schützengesellschaft nicht auf
unbestimmte Zeit unterbrechen konnten, suchten wir nach anderen Möglichkeiten
einer Unterkunft. Im landwirtschaftlichen Gebäudeteil der
früheren Käserei Schöpfel konnten wir 4 Schießstände einbauen und den darunter im 1.
Stock von den Mitgliedern der Bachhauser Blaskapelle errichteten Übungsraum
als Lokal mitbenutzen. Die hölzerne Außentreppe wurde gegen eine
Betontreppe ersetzt. Von dort zu den Schießständen entstand eine Holztreppe. Der Einzug in die neue Herberge erfolgte im
Herbst 1974. Seither sorgen Vereinswirtin Kathi Schöpfel
und ihr Lebensgefährte Horst Birkholz für unser Wohl. Bier gibt es vom
Münchner Hofbräu und der Brauerei Hutturm. Schießstätte
Da sich die Schießstätte im Raum über dem
Vereinslokal befindet, können die Kassiere die Belegung der Schießstände
nicht überblicken. Schriftführer Ernst Baumgartner hat daher 1976
eine elektrische Standbelegungsanzeige gebaut und installiert, die das
Freiwerden eines Standes mit einem Piepton und dem Aufleuchten einer
Leuchtdiode meldet. Eine gekoppelte Gegensprechanlage gibt der Standaufsicht
die Möglichkeit, mit den Kassieren zu telefonieren. Um dem deutschen Waffengesetz gerecht zu
werden, führt bei jedem Schießen eine volljährige Person Standaufsicht. Fahnenweihe
Den Höhepunkt aller bisherigen
Vereinsveranstaltungen brachte das Jahr 1973. Nach sorgsamer Vorbereitung konnten wir im
Rahmen einer Festwoche am 29. Juli unsere Fahnenweihe feiern. In enger Zusammenarbeit mit der Freiwilligen
Feuerwehr Bachhausen, die 8 Tage zuvor ihre Standartenweihe feierte, wurde
das Fest trotz miserabler Witterungsverhältnisse ein voller Erfolg. Der
damalige 1. Schützenmeister Gregor Wolf verhandelte mit den Schwestern des
Klosters der Unbeschuhten Karmelitinen in Aufkirchen, die uns eine wertvolle Fahne in präziser
und kunstvoller Handarbeit anfertigten. Die kameradschaftliche Selbstverständlichkeit,
mit der zahlreiche Schützenvereine der Gaue Isar-Loisach und Starnberg
unserer Veranstaltung einen großartigen Rahmen gaben, haben uns einen
bleibenden Eindruck hinterlassen. Die Erinnerung daran sollte unsere Jugend
motivieren, selber gerne bei ähnlichen Festen anderer Vereine teilzunehmen. Als Patenverein konnten wir die Aufkirchner
Sebastianischützen gewinnen. Frau Marianne Maier aus Farchach wirkte als
Fahnenmutter mit. Fahnenjunker war Franz Seitner und Fahnenjungfrau seine
Schwester Leni. Die kirchliche Feier und Weihe der Fahne nahm Pfarrer
Monsignore Alfons Wimmer vor, der über Jahre auch Vereinsmitglied war. Die Bachhauser Blaskapelle besorgte die
musikalische Ausschmückung. Vereinsstempel
Im Februar 1976 ließen wir uns original nach
einer Zeichnung des Schriftführers einen Vereinsstempel anfertigen. Wie das
Abzeichen trägt auch er das markante Eichenlaub-Emblem. Den Notwendigkeiten der modernen Zeit
gehorchend, hat Schriftführer Ernst Baumgartner im Jahr 1993 den Schriftzug
mit dem Computer überarbeitet und
dann das Eichenlaub-Emblem "eingescannt". Damit kann es mit dem Computer in Dokumente „montiert“ und
beliebig vergrößert und verkleinert werden. Lüßbach-Wanderpokalschießen
1976 rief der letzte Bürgermeister der aufgelösten
Gemeinde Bachhausen, Bernhard Christ, das Lüßbach-Wanderpokalschiessen mit der
Stiftung des ersten Pokals ins Leben. Zu dem alljährlich stattfindenden Ereignis
kommen die Schützenvereine der Gemeinde Berg zusammen, wobei jeweils ein
anderer Verein die Ausrichtung übernimmt: Enzian
Höhenrain Edelweiß
Bachhausen Sankt
Sebastian Aufkirchen Manthal
Harkirchen Eichenlaub
Farchach. Die herzliche und freundschaftliche Atmosphäre
verleiht diesem sportlichen wie auch gesellschaftlichen Ereignis durch den
ortsverbindenden Charakter besonderen Wert. Vereinssatzung
Um unser Vereinsleben für alle geordnet und
transparent zu machen, gab sich unsere Gesellschaft am 18. Juni 1976 eine Satzung. In der
außerordentlichen Hauptversammlung am 25. Januar 2008 haben wir die
Vereinssatzung dem steuerrechtlichen Erfordernis angepasst um so die
Gemeinnützigkeit zu erlangen. Eintrag
in das Vereinsregister als e.V.
Am 8. September 1976 ließen wir unsere
Schützengesellschaft unter Nummer 0561 in das Vereinsregister beim
Amtsgericht Starnberg eintragen. Überleitung
aus dem Isar-Loisachgau in den Schützengau Starnberg
Die Überleitung
unseres Bachhauser Gemeindegebietes im Zuge der Gebietsreform in den Landkreis
Starnberg weckte in der Vorstandschaft den Wunsch, sich auch auf sportlicher
Ebene neu zu orientieren und dem Schützengau Starnberg anzugehören. In geheimer Abstimmung fasste die
Jahreshauptversammlung am 10. Sept. 1977 nach eingehender Debatte mit großer
Mehrheit den Beschluss zum Übertritt. Nach Übereinkunft mit dem abgebenden und dem
aufnehmenden Gauvorstand erfolgte am 6. Okt. 1977 der Vollzug. In der Jahreshauptversammlung des
Schützengaues Starnberg am 6. Nov. 1977 in Gilching, wurden wir vom damaligen
und uns sehr gewogenen 1. Gauschützenmeister Hans Ambacher als 51. Verein in
der großen Gemeinschaft willkommen geheißen und den anwesenden Delegierten
vorgestellt. 60
jähriges Gründungsfest
Am Sonntag, 14. Okt. 1979 feierten wir im
würdigen Rahmen das 60 jährige Bestehen unserer Schützengesellschaft. Dazu
konnten wir den Starnberger Gauvorstand mit dem 3. Landesschützenmeister
Josef Ambacher an der Spitze, die Gau-Fahnenabordnung, den 2.
Gauschützenmeister des Isar-Loisachgaues Werner Böhnl, alle Schützenvereine
der Gemeinde Berg und die Freiwillige Feuerwehr Bachhausen bei uns begrüßen. Pfarrer Monsignore Wimmer zelebrierte den
Festgottesdienst in der geschmückten Farchacher Kirche. Musikalisch
begleitete uns die Bachhauser Blaskapelle. Der sich anschließende Festakt
fand in einem schmucken Zelt unseres Kameraden Horst Birkholz statt. Es
sprach der Schirmherr Bürgermeister Josef Ücker. Grußworte richtete auch der
1. Gauschützenmeister Hans Ambacher an die Anwesenden, anschließend ehrte er
verdiente Eichenlaubschützen. Erfreut registrierten wir das große Interesse
der Bevölkerung sowohl bei der Vorbereitung als auch beim Fest. Sportwaffen
Zum Bestand unserer vereinseigenen und ständig
benutzten Sportwaffen zählen wir einige Luftgewehre und eine Luftpistole. Ein
Zimmerstutzen sowie ein alter Löffellader-Zimmerstutzen befinden sich
ebenfalls noch in unserem Besitz, werden aber nur sehr selten benutzt. Die Pflege der Waffen und der Schießanlage obliegt
der Sportleitung. Zum präzisen vermessen der Blattltreffer und der erzielten
Ringzahlen haben wir uns eine elektronische Auswertemaschine angeschafft. Die
Ergebnisse werden online an einem PC verarbeitet und gespeichert. Waffenschrank
Wolfgang Reiser stiftete 1983 zur sicheren
Aufbewahrung unserer Waffen, Munition und Ausrüstung einen stabilen
Stahlschrank, dessen Einteilung er den Erfordernissen anpasste. Den hölzernen
Innenausbau fertigte Georg Häuslaigner. Aufgrund der neuen Gesetzeslage haben wir uns
im Jahr 2004 einen Waffentresor angeschafft Vereinstracht
Zur Verbesserung unseres äußeren
Erscheinungsbildes bei Festveranstaltungen, schafften wir uns 1984 eine
Vereinstracht an. Die Herrn tragen eine braune Lodenjoppe mit Halsschleife
dazu eine dunkle Hose oder Bundhose, die Damen ein braunes Lodenkostüm. Ein
brauner Filzhut mit Federschmuck rundet die Tracht ab. Sebastianijahrtag
und Pfingstmontag
Zwei Veranstaltungen im nahen Umfeld verdienen
noch Erwähnung: Um die Januarmitte feiern wir alljährlich
zusammen mit unseren Nachbarvereinen und unterstützt von der Bachhauser
Blaskapelle den Sebastianijahrtag unseres Patenvereines in der Pfarr- und
Wallfahrtskirche Aufkirchen. Nach Kirchenzug und Festgottesdienst zu Ehren
der verstorbenen Schützen nimmt der Jahrtag im Vereinsheim der Aufkirchner
Schützen seinen unterhaltsamen Fortgang. Jeden Pfingstmontag beteiligen wir uns an
einer Gedenkfeier des Soldaten- und
Reservistenvereins für die Gefallenen der Ortschaft Farchach verbunden mit
einem Kirchenzug, Gottesdienst, Ehrung und Kranzniederlegung am
Kriegerdenkmal und einem kurzen Festzug. Zum Abschluss gibt es jeweils ein
Dorffest auf dem Kirchplatz. Die Lüßbacher Blasmusik unterstützt die
Traditionsveranstaltung musikalisch. Schützenball
Bis vor einigen Jahren führten die örtlichen
Schützengesellschaften jährlich in der Faschingszeit im Gasthof zur Post in
Aufkirchen einen Ball durch. Zum Tanz spielte die Bachhauser Blaskapelle auf.
Da aber die Schere zwischen Einnahmen und Ausgaben immer weiter auseinander
klaffte verzichtet man derzeit darauf. Schießsaison
Zum sportlichen Schießbetrieb finden wir uns
im Winterhalbjahr von September bis April zusammen. Die Vereinsabende halten
wir auf Wunsch der Mitglieder seit langem am Freitag ab, früher war es der
Samstag. Die Beteiligung beträgt an normalen Schießabenden regelmäßig etwa
50% der Mitglieder (22 bis 25 Personen) Schießpreise
Es ist alte Tradition, dass es bei den
Schießen Preise gibt. Früher nannte man sie "Kranzl". Sie
wurden meist spontan gegeben, an jedem Schießabend. Jeder Schütze sollte bei dieser Methode von
Zeit zu Zeit ein Kranzl geben. Da dies aber nicht funktionierte, übernahm der
Verein die Anschaffung der Preise. So war es lange Zeit, bis wir uns
entschlossen, eine Jahrespreisverteilung zum Ende der Saison einzuführen.
Dabei bekam jeder einen Preis, nicht nur die besten Schützen. Zur Zeit aber verzichtet man weitestgehend auf
Preise und verwendet das Geld für ein gemeinsames Essen mit musikalischer
Unterhaltung und einem Grillfest im Sommer. Gelegentlich gab es schon Preisschießen in
Form von Strohschießen, Nikolausschießen oder dergleichen. Ehrenmitglieder
Die Hauptversammlung
hat nachstehende Schützen zu Ehrenmitgliedern ernannt:
Wir schätzen uns
glücklich, in unseren Ehrenmitgliedern Männer in unserer Mitte zu haben und
gehabt zu haben, die uns durch ihre Freude am Schießsport, ihre Ideen und
ihren Einsatz in unserer Gesellschaft Vorbild geworden sind. Vereinsbeitrag
Früher war es
üblich, bei jedem Schießen eine Einlage zu zahlen. Es war nicht viel, aber
der Kassier hatte eine Menge Arbeit, denn er musste neben der Ausgabe der
Schießscheiben, Auswertung und Eintrag der Ergebnisse in die Schießkladde
auch die Beiträge kassieren und eintragen. Am 19. Sept.1980 entschied sich die
Hauptversammlung für die Einführung eines Jahresbeitrages. Von den meisten
Schützen erfolgt das Inkasso inzwischen per Bankeinzug. Mitgliederstruktur
46 Mitglieder hatten wir 1993, darunter waren
9 Damen, 4 Jugendliche unter 18 Jahren und 3 Schüler. Mitgliederentwicklung
Derzeit haben wir einen Mitgliederstand von
rund 50 Personen. Das „Mittelalter“ ist gut vertreten. Stolz sind
wir auch auf unsere Jugend, die immer wieder nachrückt und die Senioren, die treu ihre Stellung
halten. |
||||||||||